06. September 2010
Medical Tribune Medizin Medien Austria
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Ausschlag weckt Verdacht:
Fleckfieber vom Zeckenbiss

LONDON – Hinter Fieber und Ausschlag kann auch ein spezielles Mittelmeer-Mitbringsel stecken – so wie bei einer 58-jährigen Engländerin.

Fünf Tage nach der Heimkehr von einer Reise in die französischen Pyrenäen meldete sich die febrile Frau in einer Londoner Tropenklinik. An Armen und Beinen präsentierte sie ein schmerzloses Exanthem.

Braune Hundezecke meist Überträger
Vor einer Woche war ihr im Urlaubsland eine Zecke vom Kopf entfernt worden. Dort, wo der Blutsauger sich festgebissen hatte, befand sich nun ein Eschar, eine auch als tache noire bezeichnete bläulichschwarze Nekrose.

Die britischen Kollegen schalteten sofort und behandelten empirisch mit Doxycyclin, worunter die Patientin sich vollständig erholte. Serologisch bestätigte sich der Verdacht der britischen Ärzte: Die Pyrenäen- Reisende hatte Mittelmeerfleckfieber.

Auslöser dieser auch fièvre boutonneuse genannten Infektionskrankheit ist Rickettsia conorii. Der Erreger wird von Zecken übertragen, meist von der braunen Hundezecke. Typisch für das in Frankreich, Spanien, Italien und ganz Südeuropa vorkommende Mittelmeerfleckfieber ist das häufig vorhandene Eschar an der Bissstelle. Die Rickettsiose ist durchaus gefährlich: Bis zu 5,6 % der deswegen hospitalisierten Patienten sterben.

Quelle Text und Abb.: Eleanor Heylen et al., BMJ 2006; 332: 862, © BMJ Publishing Group London

 

© MMA, Medical Tribune 30-34/2006, abc
Abb.: Eleanor Heylen et al., BMJ 2006; 332: 862, © BMJ Publishing Group London
Schmerzloses Exanthem am Arm der Patientin.
Abb.: Eleanor Heylen et al., BMJ2006; 332: 862, © BMJ Publishing Group London
Typisches Eschar an der Zeckenbissstelle.