09. September 2010
Medical Tribune Medizin Medien Austria

Fragebogenaktion der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten
Wie steht’s um Ihr Antibiotika-Wissen?

WIEN – Bei der Diskussion zur Reform des Gesundheitswesens vor dem Sommer ist auch vielfach die Qualität der ärztlichen Aus- und Fortbildungsstandes kritisiert worden. Die Österreichische Gesellschaft für Infektionskrankheiten (ÖGI) hat den 1. Europäischen Antibiotikatag zum Anlass genommen, einen anonymen Fragebogen zur Erhebung des Bedarfes an infektionsspezifischen Fortbildungen zu erheben. Wir sprachen mit Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer, dem Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten.

MT: Was bezweckt die ÖGI mit dem Fragebogen?
Prof. Thalhammer:
Für die tägliche Arbeit in der Praxis ist eine kontinuierliche und permanente Ausund Weiterbildung notwendig und für uns Ärzte eine Selbstverständlichkeit. In letzter Zeit wurde vermehrt sowohl die Qualität als auch die Quantität sowie auch die Kontrolle des Aus- und Fortbildungsstandes von Ärzten kritisiert. Der Sinn dieser flächendeckenden Fragebogenaktion besteht darin, das Angebot an den konkreten Bedarf an Fort- und Ausbildungsveranstaltungen zu adaptieren.

MT: Wie gut ist das Wissen um den Einsatz von Antibiotika?
Prof. Thalhammer:
Der richtige Umgang mit Antibiotika ist schon von Beginn der ärztlichen Ausbildung an ein eminent wichtiger Punkt, um rechtzeitig dem weiteren Anstieg resistenter Erreger bzw. den stetigen Veränderungen der krankheitsauslösenden Keime (z.B. im Sinne der Antibiotikaresistenzentwicklung) kalkuliert begegnen zu können.

MT: Im Fragebogen der ÖGI sind auch sehr knifflige Fragen eingebaut ...
Prof. Thalhammer:
Im Fragebogen sind teilweise äußerst schwere Fragen vorhanden, und es ist vorgesehen, dass man nicht jede Frage sofort beantworten kann. Wir haben den Fragebogen zu Testzwecken vorab einigen niedergelassenen Allgemeinmedizinern vorgelegt. Bei einigen Fragen fühlten sie sich sehr sicher, andere konnten aus der Logik heraus beantwortet werden, einige waren „Neuland“. Meine Bitte an die Kollegen und Kolleginnen: Bitte füllen Sie Testbogen ohne Rücksicht auf Verluste spontan und ohne vorheriges Nachlesen aus. Nur so erfahren wir den derzeitigen Wissensstand, je nach Vorgeschichte in Bezug auf Fortbildung, beruflich alltäglicher Anforderung, Interessenslage etc.

MT: Wer steht hinter dem Fragebogen?
Prof. Thalhammer:
Die Aktion ist nicht von der pharmazeutischen Industrie gesponsert, sondern die Kosten für die Aktion werden zu 100 % von der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten getragen. Aus diesem Grund steht auch kein Werbebudget zur Verfügung, das es uns erlaubt, hinausgehend über diese motivierenden Zeilen um eine rege Teilnahme zu bitten.

MT: Wer wird befragt?
Prof. Thalhammer:
Die Fragebogenaktion wird unter AllgemeinmedizinerInnen, TurnusärztInnen und Adressaten der Veranstaltungsreihe „Giftiger Dienstag“ – „Giftiger Samstag“ durchgeführt, daher ist zur Unterscheidung der teilnehmenden Adressaten die Verwendung eines Codes notwendig. Dieser wird für die Turnusärzte jeweils vom Spital ausgegeben oder extra in einem Mailing verschickt. Die Leser der Medical Tribune brauchen keinen speziellen Code verwenden.
Der Fragebogen kann anonym online ausgefüllt werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, für den Test zwei DFP-Punkte zu bekommen. Für jeden vollständig ausgefüllten Fragebogen werden zwei DFP-Punkte anerkannt, wenn mehr als zwei Drittel der Fragen richtig beantwortet werden. Dafür muss aber die Arztnummer eingetragen werden.

Das Gespräch führte Thomas Stodulka.

So machen Sie mit

Sie haben zwei Möglichkeiten, an der Fragebogenaktion der Österreichischen Gesellschaft für Infektiologie (ÖGI) teilzunehmen:

  • Sie können den Fragebogen einerseits anonym ausfüllen. Dann haben Sie einen wichtigen Beitrag zur Erfassung des Wissenstandes über Antibiotikatherapie geleistet.
  • Oder Sie geben Ihren Namen/Ihre Arztnummer an. Dann erhalten Sie, wenn Sie zwei Drittel der Fragen richtig beantwortet haben, zwei DFP-Punkte gutgeschrieben.

In beiden Fällen können Sie den Fragebogen online ausfüllen – was die Auswertung erleichtert. Oder Sie drucken sich das PDF aus, füllen den Fragebogen handschriftlich aus und senden ihn an die Faxnummer 02252/89004015.

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

 

>> Fragebogen im PDF-Format downloaden
Österreichische Gesellschaft für Infektionskrankheiten



Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer



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