Fünf Tage nach der Heimkehr von einer Reise in die französischen Pyrenäen meldete sich die febrile Frau in einer Londoner Tropenklinik. An Armen und Beinen präsentierte sie ein schmerzloses Exanthem.
Braune Hundezecke
meist Überträger
Vor einer Woche war ihr im Urlaubsland
eine Zecke vom Kopf entfernt
worden. Dort, wo der Blutsauger
sich festgebissen hatte, befand
sich nun ein Eschar, eine auch als
tache noire bezeichnete bläulichschwarze
Nekrose.
Die britischen Kollegen schalteten sofort und behandelten empirisch mit Doxycyclin, worunter die Patientin sich vollständig erholte. Serologisch bestätigte sich der Verdacht der britischen Ärzte: Die Pyrenäen- Reisende hatte Mittelmeerfleckfieber.
Auslöser dieser auch fièvre boutonneuse genannten Infektionskrankheit ist Rickettsia conorii. Der Erreger wird von Zecken übertragen, meist von der braunen Hundezecke. Typisch für das in Frankreich, Spanien, Italien und ganz Südeuropa vorkommende Mittelmeerfleckfieber ist das häufig vorhandene Eschar an der Bissstelle. Die Rickettsiose ist durchaus gefährlich: Bis zu 5,6 % der deswegen hospitalisierten Patienten sterben.
Quelle Text und Abb.: Eleanor Heylen et al., BMJ 2006; 332: 862, © BMJ Publishing Group London






