03. September 2010
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E-Health: Ein Portal für ELGA

Die Webseite www.gesundheit.gv.at bietet umfassende Information zum Gesundheitswesen und soll künftig den individuellen Zugang zu ELGA ermöglichen.

Die Elektronische Gesundheitsakte ELGA rückt näher. Das erste Teilprojekt ist realisiert und allen Österreichern mit Internetanschluss zugänglich: Seit voriger Woche ist das Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at online. Das Portal, das den Bürgern Zugang zu qualitätsgesicherten und unabhängigen Gesundheitsinformationen bietet, war von Anfang an als zentraler Bestandteil in allen ELGA-Planungen inbegriffen. Neben Patientenindex, Gesundheitsdiensteanbieter- Index, Dokumentenregister, e-Medikation und Sicherheitsrahmenwerk wird das Gesundheitsportal als eines von sechs Projekten der laufenden ELGAErrichtungsphase aufgelistet.

Gebündelte Infos.

Wo gibt es den nächsten Spezialisten für meine Krankheit? Wo finde ich im Ausland ärztliche Hilfe? Welches Spital hat Erfahrung auf einem bestimmten Gebiet? Welche Apotheke hat heute Nachtdienst? Welche Reha-Zentren sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisiert? Wo bekomme ich als Rollstuhlfahrer den EURO-Toilettenschlüssel für Behindertentoiletten? Auf dem neuen offiziellen Gesundheitsportal finden Interessierte zahlreiche Informationen über Gesundheitsthemen gebündelt unter einem Dach.

Auf dem Portal finden sich Hinweise, ob die Sozialversicherung die Kosten für eine bestimmte Leistung übernimmt, ob es Selbstbehalte gibt und welche Anträge bzw. Bewilligungen notwendig sind. Ein Lexikon mit bislang 800 Einträgen erklärt einfach und verständlich medizinische Begriffe. Mit Hilfe eines großen Laborteiles, in dem alle gängigen Laborparameter erklärt werden, können Patienten Laborbe- funde entschlüsseln. Wissenswertes über die Prüfung und Sicherheit von Medikamenten findet man ebenso wie Informationen über Patientenrechte und Links zu allen wichtigen Institutionen im österreichischen Gesundheitswesen.

Kein Ratgeber.

Unter dem Punkt „Krankheiten“ befinden sich umfangreiche Informationen zu fünf weit verbreiteten Erkrankungen: Asthma, Brustkrebs, Diabetes, Grippe und Schlaganfall. „Das Gesundheitsportal ist ein ,work in progress‘ und wird ständig erweitert“, betont Dr. Arno Melitopulos, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), die mit dem Aufbau des Portals beauftragt worden war. Die nächsten zu erarbeitenden Themenschwerpunkte lauten: Bewegung, Ernährung, Rauchen und Alkohol. „Das Portal versteht sich weder als Gesundheitsratgeber, noch soll und kann es den Besuch beim Arzt ersetzen“, betont Melitopulos. Besonderes Augenmerk sei auf Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und Verständlichkeit gelegt worden, sagt der GÖG-Geschäftsführer. Das neue Gesundheitsportal ist in Kooperation mit der Sozialversicherung, den Ärztekammern, der Apothekerkammer, der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), den Patientenanwaltschaften und Selbsthilfegruppen entstanden.

„Die Nutzer können sich darauf verlassen, dass die Informationen von unabhängigen Experten geprüft wurden und frei von Firmeninteressen und Werbung sind“, bekräftigt Gesundheitsminister Alois Stöger dipl., der bei der Präsentation des Gesundheitsportals mit dabei war. Dem Ministerium sei es ein großes Anliegen, der Bevölkerung seriöse, unabhängige, aktuelle und wissenschaftlich korrekte Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen.

Alles integriert.

Besonders freut sich Stöger darüber, dass sich auf dem Gesundheitsportal alle gesundheitsrelevanten Themen von der Prävention über Diagnose, Therapie und Rehabilitation bis zur Pflege finden; die für den Bürger oft nicht nachvollziehbare Aufteilung von Leistungen auf den Gesundheits- und den Sozialbereich sei auf www.gesundheit.gv.at überwunden.

„In seiner endgültigen Ausbauphase wird das Gesundheitsportal die Eingangstür für den individuellen Zugang aller Österreicher zu ihrer persönlichen ELGA sein“, kündigt Dr. Susanne Herbek, Geschäftsführerin der ELGA GmbH, an. Wenn es so weit ist, wird es auf der Startseite des Portals einen eigenen Punkt namens „ELGA-Anwendungen“ geben. Ein den Journalisten präsentierter Screenshot der zukünftigen, erweiterten Startseite verrät einiges über die geplanten Features und Optionen der Elektronischen Gesundheitsakte: Gesundheitsdokumente, e-Medikation, Widerruf, Protokolleinsicht und Dokumentenzugriff – so lauten die weiterführenden Links, die unter „ELGA-Anwendungen“ angeklickt werden können.

Mag. Michael Kraßnitzer
© MMA 2010, ärztemagazin 3/2010
E-Health_Portal
Gesundheits-information stammt immer öfter aus dem Internet. Das neue Portal www.gesund-heit.gv.at verzichtet bewusst auf eine